Fachhochschule Graubünden

Business-Case RenoRent

Machbarkeitsstudie über die Renovierung und touristische Aktivierung von Zweitwohnungen
Datum
Februar 2021
Ansprechperson
Prof. Norbert Hörburger
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Im Projekt RenoRent hat sich das Institut für Tourismus und Freizeit mit einer Geschäftsgelegenheit in der touristischen Immobilienwirtschaft beschäftigt und einen Business-Case ausgearbeitet. Ziel des Projektes war es die Machbarkeit eines kommerziellen Ansatzes zur kollektiven Renovation und touristischen Vermietung von Zweitwohnungen, bei denen das Eigennutzungsinteresse der Eigentümer zurückgeht, zu prüfen. Neben Marktabklärungen am Beispiel der Destination Davos Klosters wurden die Renovationsaufwände und Betriebskosten anhand von Musterobjekten erhoben und das Erlöspotential von erfolgreich am Markt vermieteten Ferienwohnungen ermittelt. Ausserdem wurden rechtliche Abklärungen u.a. zur Sicherung der Investitionen in fremdes Eigentum durch eine im Projekt involvierte Anwaltskanzlei vorgenommen.

Auf Basis dieser Angaben wurde ein Geschäftsmodell für eine RenoRent AG (Arbeitstitel) entwickelt und die wirtschaftliche Machbarkeit sowie das Erlöspotential für die Zweitwohnungseigentümer ermittelt, welche Ihre Objekte zur Verfügung stellen. Im Ergebnis konnte aufgezeigt werden, dass mit dem Modell RenoRent eine Win-Win-Situation für die Wohnungseigentümer und eine RenoRent AG entsteht. Voraussetzung ist, dass die RenoRent AG in touristische attraktiven Destinationen ihre Investitionsobjekte sorgfältig auswählt und über ein starkes Partner-Netzwerk (z. B. für die Vermarktung) verfügt.

Zum wirtschaftlichen Erfolg ist der Aufbau eines Wohnungsportfolios von ca. 120 Wohnungen nötig. Angesichts von ca. 350’000 Zweitwohnungen im Schweizer Alpenraum entspricht dies nur einem sehr geringen benötigen Marktanteil.


Durch die zeitlich begrenzte Nutzniessung und die Fokussierung auf eine Renovation der Wohnungen an sich (ohne Dach und Fach sowie Gemeinschaftseigentum) hat die RenoRent AG eine vordefinierte Exit-Möglichkeit aus ihren Verträgen, ohne weitere (Renovierungs-)Verpflichtungen eingehen zu müssen. Sie kann sich damit auf die Investition in das touristische Upside-Potential der Wohnungen konzentrieren, welche sich durch eine Lebenszyklusverlängerung durch attraktivitätssteigernde Renovationen der Objekte ergeben.

Auf Basis von Marktkenntnissen, welche durch Netzwerkpartner zur Verfügung gestellt werden (z. B. Höhe der potentiellen Mieterlöse), lassen sich die Risiken aus der touristischen Vermietung gut abschätzen. Als Engpassgrösse wird die Akquisition von genügend Renovationsobjektengesehen, da bei den Zweitwohnungseigentümern zunächst Vertrauen aufgebaut werden muss. Dementsprechend kommt der Kommunikation des Angebots RenoRentund dem Auftreten und der Überzeugungskraft der Person(en), welche mit der Objektakquisition betraut ist/sind, entscheidende Bedeutung zu. Für die Umsetzung der Geschäftsidee wird eine Pilotregion empfohlen, von der ausgehend das Konzept auf weitere Regionen übertragen werden kann.


Mehr zum Projekt

SummaryFragebogen

JZ, 29.03.2021